Die Stadt der Fahrräder
Bisher war Paris nicht gerade bekannt für seine vielen vielen Fahrradfahrer. Vielmehr hat man mit Paris eher hupende, rasende und verrückt fahrende Autos in Verbindung gebracht. Das hat sich nun seit knapp 3 Wochen geändert. Seit dem gibt es nämlich die Fahrradstationen. Ein paar Fahrradwege gibt es auch schon. Das System funktioniert ungefähr so: an jeder größeren Kreuzung gibt es eine Fahrradstation mit ca. 20 Rädern. Dort kann man sich entweder ein Tages-, Wochen- oder Jahresabo an einem Computer kaufen. Das Tagesabo kostet zum Beisiel 1 Euro. Damit darf man dann in der ersten halben Stunde umsonst fahren, die nächste halbe Stunde kostet dann 1 Euro, die nächste 2 Euro usw. Je länger man also das Fahrrad mietet, um so teurer wird es. Grundsätzlich ist das gar keine schlechte Idee der Stadt Paris. Innerhalb einer halben Stunde ist man fast überall und man kann an jeder beliebigen Radstation das Fahrrad auch wieder abgeben. Probleme gibt es lediglich dann, wenn die Stationen bereits voll sind. Natürlich mußte sowas wieder mir passieren. Am Freitag war ich mit einer Freundin in der Stadt unterwegs. Eigentlich sollen die Metros ja jetzt an den Wochenenden bis 2 Uhr fahren, tun sie aber nicht. Auf jeden Fall fuhr am Freitag um halb 2 keine 10 mehr. Anstatt teures Geld für ein Taxi auszugeben, kann man sich ja jetzt ein Fahrrad nehmen und damit nach Hause radeln. Gemacht getan. Nach ca. 35 min war ich in meinem quartier, doch an der ersten Fahrradstation war leider alles belegt. Also weiter zur nächsten. Leider war auch diese schon vollbelegt. Man erinnere sich, es war dann 2:15 am. Also zur dritte Station. Glücklicherweise sind an den Automaten Pläne angebracht, auf denen die umliegenden Stationen markiert sind. Allerdings war auch die dritte Station bereits voll. Auf zur nächsten. Aber was soll ich sagen auch hier nichts zu machen. Dann bin ich langsam nervös geworden. Erstens, weil es ja ziemlich teuer irgendwann wird, wenn man das Rad nicht abgibt, zweites, weil es immer später wurde und drittens weil ich dachte, ich müßte bis in die Innenstadt zurückradeln bis ich eine freie Station finde. Denn es ist ja auch klar, dass sich viele Leute in einer milden Sommernacht ein Fahrrad nach Hause nehmen und es dann bei uns, Wohngebiet am Rande der Innenstadt von Paris wieder abgeben. Dass um fast halb drei keiner mehr ein Rad an diesen Stationen mehr ausleiht, dürfte wohl jedem klar sein. Schließlich bei der fünften Station angekommen, sehe ich zwei Feinde, sprich 2 Franzosen auf ebenfalls geliehenen Rädern ebenfalls auf der Suche nach Parkmöglichkeit. Sportlich bin ich vollgas den Bürgersteig hoch, habe beide ausgebremst und mein Fahrrad quasi an die Station gepresst. Es gab nur 2 freie Plätze. Bevor die überhaupt realisierten was passierte, hatte ich das Rad bereits angeschlossen. Ha! Der schnellere gewinnt. Natürlich habe ich mich dann entschuldigt und mir taten die beiden dann auch ein wenig leid, weil sie ja weiter suchen mussten. Aber was soll´s, die waren zu zweit, ich alleine und es was mitten in der Nacht. Screw them!
Also bin ich doch noch das Rad losgeworden. Aber offensichtlich besteht das Farrad-leih-system noch aus Mängeln, denn am nächsten Morgen habe ich gesehen, dass jemand aus unserem Haus auch ein Fahrrad geliehen hatte und tatsächlich keinen Parkplatz mehr gefunden hatte, denn das Rad war vor unserem Haus angekettet. Das wird dann echt teuer. Vielleicht läßt sich die Stadt Paris noch was einfallen. Nachts um 4 ein Fahrrad abzugeben, dürfte wohl eher unmöglich sein.
Also bin ich doch noch das Rad losgeworden. Aber offensichtlich besteht das Farrad-leih-system noch aus Mängeln, denn am nächsten Morgen habe ich gesehen, dass jemand aus unserem Haus auch ein Fahrrad geliehen hatte und tatsächlich keinen Parkplatz mehr gefunden hatte, denn das Rad war vor unserem Haus angekettet. Das wird dann echt teuer. Vielleicht läßt sich die Stadt Paris noch was einfallen. Nachts um 4 ein Fahrrad abzugeben, dürfte wohl eher unmöglich sein.


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