Friday, September 30, 2005

Die Wale

Ich habe tatsaechlich Wale gesehen. Es war ganz beeindruckend, mit was fuer einer Eleganz diese riesen Tiere im Wasser schwimmen. Leider sind sie nicht aus dem Wasser gesprungen, aber ein Wal ist direkt neben dem Schiff aufgetaucht, sodass man seine Gesichtshaelfte tatsaechlich sehen konnte. Ich hatte das Gefuehl er wollte sich auch mal ansehen wer ihn dort beobachtet. Das Fotografieren war sehr schweirig, aber ein Bild mit einer Walfischflosse ist mir gelungen. Negativ bei der 3-stuendigen Bootstour war lediglich, dass nur Paare auf dem Boot waren, die alle ganz verliebt die Wale beobachtet und mich als einzige Alleinreisende mitleidig angesehen haben. Naja, da steht man drueber.
Am Dienstag war ich wieder in der Karaoke Bar mit meinen amerikaneichen Freunden. Ich habe sogar alleine gesungen. The Supremes Ain't no Mountain... leider habe ich zwischendurch nicht mehr gewusst was ich singen muss, aber es haben trotzdem alle gejubelt. Das ist das nette an der Bar, man kann noch so schlecht sein, die Leute dort jubeln einem zu als ob man Madonna waer.

Heute abend kommen meine Eltern und dann werden wir fuer eine Woche unterwegs sein. Ich freue mich schon, denn am Montag sind wir bei den Niagara Faellen!!
Ein Reisebericht wird folgen.

Friday, September 23, 2005

Die Wahlen...

Ich sitze gerade in der public library, da ich heute nicht im Buero bin. Trotzdem muss ich ja auf dem Laufenden sein was Politik und Society angeht. Internet Cafes gibt es in den USA nicht, da ja alle einen Labtop haben und man bei Starbucks beispielsweise wireless ins Internet kann. Tja, den Luxus habe ich leider nicht und so sitze ich an einem der 10 Coputer in der wirklich schoenen Bibliothek. Ich glaube hier wurden schon viele Filme gedreht, denn der grosse Lesesaal sieht tatsaechlich aus wie im Film. Das Gebaeude, um 1900 erbaut, hat sehr hohe Waende, ein wenig Jugenstil und Renaissance vermischt. Im Lesesaal sind die beruehmten gruenen Lampen auf allen Tischen. Leider sind die Coputer in einem anderen Raum. An dem Computer neben mir sitzt ein aelterer Mann mit graumeliertem Haar, der sich gerade Pornoseiten ansieht. Schoen. Ich dachte im prueden Amerika sei sowas verboten... Ich finde das jetzt schon ein wenig ekelhaft, aber gut, ich muss ja nicht hinschauen.
Soviel zu meinem aktuellen Aufenthaltsort - Themenwechsel -

Ich habe HEUTE meine Briefwahlunterlagen erhalten. Vergesslichkeit kann ich also der Stadt Koeln nicht mehr vorwerfen. Vielleicht sollte ich dann auch noch waehlen...
Erstaunlicherweise wissen relativ viele Amerikaner von unserer Wahl am letzten Sonntag. Ich werde nun also von vielen Menschen an verschiedenen Orten, beispielsweise im Fahstuhl, gefragt, was denn nun Sache sei in Deutschland. Dann muss ich leider antworten, dass ich das auch nicht weiss. Einer Richterin habe ich am Montag auf ihre Bitte hin erklaeren muessen, welche verschiedenen Koalitionen nun moeglich sind. Als letzte Variation nannte ich die grosse Koalition. Daraufhin schaute sie mich entsetzt an, fing dann an zu lachen und meinte Schroeder und Merkel zusammen, das sei doch ein Scherz. Ich kann sie gut verstehen, denn es waere ja so, als wenn die Republikaner mit den Demokraten hier in Amerika eine Koalition bilden wuerden. Irgendwie nicht logisch. In Deutschland wohl auch nicht, aber was kann ich schon dagegen tun, wo ich heute erst meine Briefwahlunterlagen bekommen habe.
Mal sehen, ob wir in den naechsten vier Jahren wieder vorgezogene Wahlen haben. Ausschliessen kann ich das nicht. So langsam bekommen wir italienische Verhaeltnisse.

In Boston ist es immernoch warm. Die ganze Woche ueber hatten wir 30 Grad. Heute ist es am schlimmsten, ganz schwuel und warm und mal bewoelkt, mal nicht. Ich habe mit dem Wetter zu kaempfen und fliehe in die klimatisierten Gebaeude.
Ab morgen soll es dann kuehler werden. Ich habe morgen eine 3 Stunden Whale watching Tour vor, bei der einem Waale garantiert werden. Wenn man keine sieht, bekommt man ein Ticket fuer einen anderen Tag umsonst. Ein billiger Werbetrick auf den viele Touristen wohl reinfallen. Die meisten Leute sind naemlich immer nur fuer ein Wochenende hier, da die Amerikaner so wenig Urlaub bekommen und alle internationalen Touristen weiterreisen um andere Orte zu sehen. Nicht aber ich!! Also, wenn ich morgen keinen Waal sehe, kann ich nochmal fahren. Ich weiss nur nicht, ob ich nochmal 3 Stunde auf hoher See ertragen will. Das sehe ich dann.
Ansonsten habe ich keine weiteren Plaene fuers Wochenende. Ohje, das koennte langweilig werden.
Ich hoffe ihr habt ein schoenes Wochenende!!

Wednesday, September 21, 2005

Karaoke

Gestern war ich endlich mit meiner Freundin Jacquelin in einer Karaoke Bar. Wir hatten das schon viel eher vor, aber an den anderen Dienstagen war immer irgendwas los. Gestern also meine oeffentliche Karaoke Premiere. Ich habe ja schonmal mit Caro und ein paar Freunden in Koeln in einem Koreanischen Restaurant gesungen, aber das war nur unter uns.
Gestern sind wir ins Milkyway gegangen, ein lustiger Laden mit Billardtisch, 5 Bowlingbahnen, Eishockeykicker (Tischfussball heisst in den USA uebrigens auch Fussball) und einer Buhne mit einer Live Band!! Die ist allerdings nur alle zwei Wochen da.
Meine Freundin Jacquelin ist ausgebildete Saengerin und hat dort natuerlich schon oefter gesungen. Andere Bekannte, die wir dort getroffen haben, sind auch jedes Mal da.
Wir kamen relativ frueh dran, was einerseits doof war, weil die Stimmung noch nicht so gut war, andererseits gut fuer mich, dann hatte ich es schnell hinter mir.
Da ich mich nicht alleine getraut habe, hat Jacquelin mitgesungen. Wir haben uns fuer Madonna - Like a Virgin entschieden. Es hat total Spass gemacht, das Gute ist, dass man im Licht steht und niemanden sehen kann. Natuerlich habe ich den ein oder anderen Ton nicht getroffen, aber dafuer hatte ich ja Jacquelin.
Die anderen Leute konnten alle auch nicht singen, insofern war es nicht peinlich.
Naechste Woche gehe ich wieder ins Milkyway, da freue ich mich schon drauf!!

Thursday, September 15, 2005

im Westen nichts Neues

Zur Zeit passiert nicht so viel, so dass es auch nicht viel zu berichten gibt.

Das Treffen mit meinem Bekannten aus der Highschool in Seattle war nett. So sehr veraendert man sich dann doch nicht in 10 Jahren. Er ist ein bisschen dicker aber sonst ganz der alte. Naja in 10 Jahren haben wir ja alle ein wenig zugenommen.
Ich sitze in meiner Kanzlei und habe nicht viel zu tun. Leider komme ich nur selten an den Computer. Heute ist die Anwaeltin nicht da, so dass ich mal wieder schreiben kann.
Bis gestern war das Wetter hier hochsommerlich, heute gab es dann ein grosses Gewitter und nun sind erstmal ein paar Regentage angesagt. Das aergert mich ein wenig, da der Pool fuer das Wochenende noch einmal geoeffnet werden soll, ausserdem wollte ich eine Walewatching Tour machen, aber bei Regen und Nebel hat das ja keinen Zweck. Dann verschiebe ich das wohl auf das naechste Wochenende.
Meine Unterkunft ist nachwievor nicht das Gelbe vom Ei. Vorletzte Nacht wurde ich wach, weil irgend ein Idiot Fuck You fuer eine halbe Stunde schrie. In einem anderen Gebaeude war eine kleine Party und man konnte die Leute dort sprechen hoeren. Allerdings nicht besonders laut. Wesentlich lauter war das Gebruell von dem Idioten, der irgendwann zu I kill you fucking people wechselte und schliesslich eine Glasflasche gegen eine Hauswand schleuderte. Ich sass etwas geschockt auf meinem Bett und habe mich nicht aus meinem Zimmer getraut. Wenn der Typ noch laenger randaliert haette, haette ich wahrscheinlich die Polizei gerufen. Es war dann aber tatsaechlich Ruhe. Geschlafen habe ich in der Nacht aber trotzdem nicht mehr richtig.
Vielleicht ziehe ich doch noch um.

Ich warte immernoch auf meine Briefwahlunterlagen. Ich hoffe, dass die Stadt Koeln mir die Sachen noch bis Samstag zuschickt. Am Sonntag habe ich leider keinen Internetzugriff, da die Bibliothek nicht geoeffnet ist. Ich bitte daher mich per sms unverzueglich nach der ersten Hochrechnung zu informieren!!!

Eine Neuigkeit gibt es noch: Es hat ein neuer Supermark in meiner Strasse aufgemacht "Whole Foods Market" ! Dort gibt es nur biologisches Essen und das meiste ist auch schon zubereitet, sodass man es nur noch aufwaermen muss. Da sich meine Kueche auf Mikrowelle und Kuehlschrank beschraenkt, ist das fuer mich nun eine kulinarische Errungenschaft! Ich freue mich schon auf heute abend, wenn ich mir mein Essen aussuchen kann.
Das uebrige Essen in den USA ist ja eher fettiger ungesunder Art...

Wie ihr seht, viele Neuigkeiten gibt es nicht.

Friday, September 09, 2005

Reisebericht

Die letzten Wochen war ich sehr beschaeftigt, deswegen gibt es jetzt ein kleinen update.
Holger ist am 23. August hergekommen und wir haben einen schoenen Urlaub gemacht. Zunaechst waren wir 2 Tage in Boston, weil er ja auch die Stadt anschauen musste, dann sind wir mit dem Mietwagen in den Norden gefahren. Die erste Nacht haben wir in Bethel geschlafen. Da mussten wir noch nicht mal was bezahlen, da der Bruder meiner Gastmutter aus Seattle dort ein Hotel betreibt. Wir haben sogar das beste Zimmer bekommen. Dananch sind wir in die White Mountains nach New Hampshire gefahren. Our car climbed up the Mount Washington! so einen Aufkleber haben wir bekommen als wir auf den hoechsten Berg (knapp 2000m) gefahren sind. Es gibt auch alte Eisenbahnen, mit denen man auf den Berg fahren konnte, die werden tatsaechlich noch mit Kohle angetrieben, aber aus umwelt- und geldtechnischen Gruenden haben wir uns dann doch entschieden selber hoch zu fahren. Dann haben wir uns entschlossen dort zu campen. Ich bin ja nicht so der Camping-Freund, aber man muss ja alles mal mitgemacht haben. Zumindest hatten wir einen Grill und haben uns das beste Steak der Welt gegrillt. Von dort aus sind wir am naechsten Tag nach Maine, in den Acadia National Park gefahren. Dort wurde stuendlich das Wetter schlechter. Auch hier wurde gezeltet. Diesmal gab's noch nicht mal Duschen und die Toiletten waren einen halben Kilometer entfernt, so dass ich nachts einfach hinter einen Busch gepinkelt habe. Sehr urspruenglich wurde dann auch die Nacht, denn es fing an zu regnen. Auf dem Zeltdach hoerte sich das an, als ob Hurricane Katrina ueber uns hinwegzieht. Nach 2 Naechten ohne Schlaf habe ich mich dann durchgesetzt und wir haben fortan in ueberdachten unterkuenften wie Motels und Inns uebernachtet. Leider war auf Acadia das Wetter so schlecht, dass wir die Schoenheit der Natur nur erahnen konnte. Auf unserem Weg die Kueste entlang wurde das Wetter dann besser und in Boothbayharbor haben wir unseren erstenLobster gegessen. Den letzten Tag unserer kleinen Reise verbrachten wir dann am Cape Cod, wo die Sonne schien und wir am Strand des Atlantik lagen. Zurueck in Boston gab es zum Abschluss noch mal Hummer zum Mittagessen, denn der kostete nur 10 $. Leider ging die Zeit viel zu schnell um, und nun sitze ich wieder im Buero. Nachdem Holger wieder nach Deutschland geflogen war, bin ich am naechsten morgen nach Nantucket gefahren. Mein Anwalt hat dort ein Haus und war mit seiner Familie dort. Er hatte mich eingeladen auch zu kommen. Es ist dort ein wenig wie auf Sylt. Die Preise sind identisch und auch der Strand ist aehnlich, Nantucket ist nur viel kleiner und es fliesst der Golfstrom direkt vorbei, sodass das Wasser viel waermer ist. Die letzten Tage habe ich mit Schwimmen im Atlantik verbracht. Es gibt schlimmeres ich gebe es zu.
Nun ist Wochenende und ein alter Freund aus Seattle hat sich angekuendigt. Ich bin sehr gespannt, weil ich ihn seit der Highschoolzeit nicht mehr gesehen habe und das ist 10 Jahre her.